Mittwoch, 9. November 2016

Ich hab ja nichts gegen Deutsche, aber



denk ich an deutschland in der nacht
bin ich um den schlaf gebracht
denn der deutsche an sich is ein kleingeist
sucht in der motorwelt nach literarischen highlights
und in der verfickten bild dann nach erleuchtung
was ihm nich passt is schnell lügenpresse und verleumdung
überhaupt und sowieso spielt er für mein' geschmack viel zu oft nikolaus
immer alles allen andern in die schuhe schieben, was ihm nich so taugt
hat angst vor freigeistern, dem anderen und überfremdung
angst vor arbeitslosigkeit, faulheit und kinderschändern
vertraut denen am eh'sten, die ihm eine einfache lösung versprechen
denen, die dann wirklich zu überzeugt sind, um döner zu fressen
dabei beginnt er sätze gern mit ich hab ja nichts gegen, aber
setzt dann wieder an zu obligatorisch verdrehtem gelaber
und wagst du's tatsächlich ihm auf die grünfläche zu treten
dann verdammtnochma sei gefasst und rechne mit schlägen
er is auf krawall gebürstet wegen dem gestörten verhältnis zu sich selbst
er holt sich einen runter auf seine wirtschaftsmacht in dieser welt
doch ihm graut's vor banalen dingen wie zum beispiel ungeraden jahren
denn da muss er die flagge auch im sommer im kleiderschrank verwahren
denn er hat gelernt, nur nicht begriffen, nationalismus ist was schlechtes
wie gesagt nur gelernt, auch das er auf gar keinen fall rechts is'
ausländer, die sein essen für'n hungerlohn kochen, nimmt er hin
aber nicht, dass deren kinder in der selben schule wie die eig'nen sind
ich geb ja zu ein paar jahre war er auch anti alles und feierte die geldverschwendung
doch eines tages kam der bausparvertrag zusammen mit der ersten festanstellung
seitdem gibt er sich verantwortungsvoll und zielstrebig
und während der kontostand wächst, schwindet der charakter, so wird aus viel wenig
trotzdem spendet er noch immer für wwf, greenpeace und opfer der flut
denn bei der steuererklärung jahr für jahr kommt das echt gut
grundsätzlich ist sein mantra jeden morgen arbeit, arbeit über alles
denn sie macht frei und weil ein bisschen von ihm in mir steckt frag ich quo vadis?

Montag, 7. November 2016

Beziehungsreste



Die frisch ausstudierte Psychotherapeutin hat auf der Dreisitzercouch im Wohnzimmer Platz genommen. Ihren Block auf dem Couchtisch vor sich liegend, trommelt sie, ihre Unterlagen durchblätternd, mit ihrem Stift auf dem Rand ihrer Kaffeetasse. Er sitzt ihr in einem abgewetzten Ohrensessel aus braunem Echtleder gegenüber und beobachtet, den Kopf leicht zur Seite geneigt, jede ihrer Bewegungen. 
Die heiße Sommerluft steht im Raum. Durch die heruntergelassenen Rollos zerschneiden die Sonnenstrahlen das Halbdunkel und brechen sich am in der Luft wabernden Staub. Sie trinkt einen Schluck Kaffee und stellt ihre Tasse neben ihrem Block auf dem mit Ornamenten verzierten, aber im Laufe der Jahre stark zerkratzten, Eichencouchtisch ab.

Sie räuspert sich, bevor sie ihm, knapp über seine Augen blickend, sagt: "Wissen Sie, es ist unüblich, dass ich Hausbesuche mache, aber in Ihrem Fall wird es wohl das Beste sein." Er murmelt ihr ein Danke zurück, während er, abgesehen vom Heben und Senken seines Brustkorbs bei jedem Atemzug, fast regungslos in seinem Sessel sitzt. Sie beginnt sich Notizen zu machen. Er starrt mit halboffenem Mund und leerem Blick auf ihren Block und scheint keinerlei Anstalten machen zu wollen, zu entziffern, was sie schreibt. "Wissen Sie, es wäre mir lieber, wenn Sie ein Mann wären und älter." Sie rollt mit den Augen: "Das mag ja sein, aber die Terminkalender meiner Kollegen sind zum Bersten gefüllt, also werden Sie wohl oder übel mit mir Vorlieb nehmen müssen."
Seinen Mund umspielen die ersten Anzeichen innerer Gegenwehr, bevor er fast unmerklich nickt.
"Wann würden Sie sagen, hat das alles angefangen?"



- LEERSTELLE -


Es herrscht Stille im Haus, bis auf das Knarzen der Bodendielen unter ihren Schritten. Ihre Stimme durchbricht das vor einigen Augenblicken eingetretene Schweigen zwischen den beiden: "Sie sammeln also die Reste Ihrer Beziehungen im Keller?" Er öffnet die Kellertür, schaltet das Licht ein und kurz sind das Knacken und das leise Klirren der Leuchtstoffröhren im Keller zu hören. "Ja, das ist auch so ein Spleen von mir." Er macht einen Schritt zur Seite und lässt sie durch das Ausstrecken seiner Hand wissen, dass er ihr den Vortritt gewähren möchte. Sie steigt etwas zögerlich auf die erste und danach die teils schiefen, teils krummen Treppenstufen herab, während er ihr in zwei Schritten Abstand folgt.

Auf der untersten Stufe angekommen, bleibt sie stehen und lässt ihren Blick schweifen. Er beugt sich möglichst unauffällig zu ihr herab, an sie heran, um an ihrem Haar zu riechen. Seine Pupillen ziehen sich bei dem Duft von Pfirsich gemischt mit Kokos umgehend zusammen, derweil schweift ihr Blick weiter durch den etwa zehn Quadratmeter großen, bis an die Decke gefliesten Keller. Der Fliesenspiegel ist in regelmäßigen Abständen von Ablaufrinnen und Abflüssen unterbrochen, von der Decke ragt ein alter, rostiger Fleischerhaken herab. Am Boden stapeln sich unzählige Kartons und Schächtelchen, zwischen denen die Ablaufrinnen Laufwege vorgeben. Sie beginnt den Wegen folgend zwischen den Kartons umherzustreifen und die Beschriftungen zu lesen: Sabine. Karin. Susanne. Sandy 1. Sandy 2. Sarah. Charlotte. Vivien. Caroline. Ulrike. Clara. Und so weiter.
"Haben Sie das hier nach irgend einem Prinzip sortiert oder eher wahllos aufgestellt?"
"Naja, ich wollte es eigentlich mal chronologisch sortieren, aber wie, wenn die Beziehungen parallel laufen? Mal mehr, mal weniger. Alphabetisch war mir zu blöd, also hab ich sie dann einfach nach Größe sortiert." 
Erst jetzt fällt ihr auf, dass man mit einem ausreichend großen, oben aufgelegten Brett eine schiefe Ebene von der einen zur anderen Wand bilden könnte. 
Ihre Augen spiegeln ein Gefühl zwischen Bewunderung für den betriebenen Aufwand und Sorge um die Größe der vor ihr liegenden Aufgabe mit diesem Patienten wider. Und während sie also unschlüssig zwischen den Kartons steht, eilt er zur Kühltruhe in der Ecke, bedeckt sie mit einem Laken und setzt sich darauf. "Darf ich die Kisten auch öffnen?" Er zuckt mit den Schultern und sagt er sehe kein Problem darin. "Hätte ja sein können, dass nicht. Das ist schließlich unsere erste Sitzung und das alles hier ein sehr persönlicher Bereich Ihres Lebens." Dann schließt sie die Augen, dreht sich ein paar Mal im Kreis, streckt Arm und Zeigefinger aus und zeigt auf eine der Kisten. Noch bevor sie die Augen wieder öffnet, greift er zügig mit der rechten Hand zwischen Kühltruhe und Wand und scheint etwas in der Hand zu halten. Er lässt den Arm in dem Leerraum baumeln. Nun, da sie die Augen wieder geöffnet hat, geht sie zu der Kiste mit der Aufschrift Madeleine hinüber, kniet sich davor und öffnet den Deckel.
Zuoberst liegen einige verschiedenfarbige Post-Its. Sie nimmt eins nach dem anderen heraus und liest einige davon vor. "Bring den Müll raus!" "Essen ist im Kühlschrank, kannste dir warm machen. Komme später!" "Cornflakes sind alle, brauche Tampons!" Dann stutzt sie kurz als sie ein blutiges Post-It in der Hand hält. Sie dreht ihren Kopf zu ihm, das Post-It mit der beschrifteten Seite nach oben und dann ihren Kopf zurück, um zu lesen. "Pflaster sind aufgebraucht!"
"Sie hat ja wirklich einen liebevollen Umgang mit ihnen gepflegt." Er nickt heftig, enthusiastisch und fügt merkbar enttäuscht an: "Ja und im Bett hatte sie den Enthusiasmus einer Leiche. War nicht gerade befriedigend. Ich hab sie dann nach drei Wochen ...", er macht mit seinen Fingern Gänsefüßchen, "... entsorgt." Sie legt die Post-Its zurück in den Karton, schließt den Deckel und krakelt schnell ein paar Notizen auf ihren Block, dann sieht sie ihn hockend von unten an: "Empfehlungen, welchen ich als nächsten öffnen sollte?" Er schaut sich kurz um, kneift die Augen zusammen und reibt sich die linke Schläfe. "Versuchen Sie's mit Corinna, die muss irgendwo bei den kleineren Abpackungen zu finden sein." Er macht eine dramatische Pause. "Nicht viel übrig von ihr, aber ..." er hebt den linken Zeigefinger "... das hat's dafür in sich."
Inzwischen hat sie Corinna gefunden und hebt sie auf. "Das ist ja nicht viel mehr als ein Schächtelchen?!" sagt sie enttäuscht, als sie eine circa zehn Zentimeter hohe Box mit quadratischer Grundfläche von etwa acht Zentimetern Seitenlänge hochhebt. "Ich sag ja, nicht viel übrig von ihr aber jetzt machen sie sie erstmal auf." Sie öffnet die Box und schließt sie sofort wieder. Sie starrt mit großen Augen auf die Box, dann zu ihm hinüber und dann wieder zurück zu der Box. "Ist das, was ich denke, was es ist?" Er zuckt kaum merklich mit den Schultern, um ihr zu verstehen zu geben, er glaube schon. "Ich glaube, ich habe vorerst genügend Einblick bekommen, wir können gern wieder hoch gehen." Sie geht zur untersten Treppenstufe, er rutscht von der Kühltruhe, nun ist zu erkennen, dass er einen schweren, metallischen Gegenstand in seiner Hand hält. Er geht zielstrebig auf sie zu, sie neigt sich leicht zur Seite, um den Gegenstand in seiner Hand besser sehen zu können und fragt ihn, was es sei. "Oh das?" fragt er auf den Gegenstand deutend zurück. "Das ist nur meine Rohrpumpenzange, die such' ich schon ewig. Weiß auch nicht, warum die hier unten liegt." Sie dreht sich um und geht eilig die Treppe hinauf. Er folgt ihr langsamen Schrittes.  
Im Erdgeschoss angekommen, ruft sie ihm fortwährend Richtung Ausgang strebend zu: "Ich sehe grade, die Zeit ist um. Das war wirklich ein guter Anfang." Sie kickt ihre Gastpantoffeln von den Füßen, schlüpft eilig in ihre Schuhe und macht einen letzten Satz zur Haustür. Die Klinke in der Hand rüttelt sie an der Tür, als diese sich nicht öffnen lässt, blickt sie panisch zur Kellertür. Er ist inzwischen ebenfalls im Erdgeschoss angelangt. Seine vernarbten Hände und Unterarme werden ihr erst jetzt wirklich bewusst, ebenso das Schielen seiner Augen hinter den beinahe daumendicken Brillengläsern. Auf seiner Stirn stehen einige Schweißperlen und die Rohrpumpenzange blitzt im Sonnenlicht. Sie ist wie zu Eis erstarrt, er hat sie beinahe erreicht, als er die Rohrpumpenzange erhebt und sagt: "Die Tür klemmt ein wenig, die muss man ganz sachte ein wenig andrücken, leicht anheben und DANN aufziehen." Er nimmt die Rohrpumpenzange in die linke Hand, schwingt sie hin und her, bevor er sie auf die Kommode im Flur legt, um seiner neuen Therapeutin die Tür zu öffnen. "Sie sollten wirklich Ihre Schuhe zubinden, bevor Sie noch stolpern." Sie schießt förmlich durch die Tür nach draußen. Er ruft ihr nach: "Gute Fahrt!" und winkt zum Abschied...

Freitag, 4. November 2016

Chemtrails Welcome

schon klar, du erkennst chemtrails am himmel, siehst bilderberger die fäden ziehen
im impfstoff stecken ja sowieso nur aluminium und ephedrin
und vielleicht bedroht die nato ja wirklich den netten russen
aber kleine männer, die halbinseln annektieren, sind mir suspekter als fette nutten
du predigst, wo du kannst 'sheeple macht die augen auf!'
doch statt verschwörungen zu durchschauen, bist du eher qualifiziert für frauentausch
und ganz egal, wo man dich zu fassen kriegt
erzählst du von den illuminaten und deren schattenkrieg
du und deine reichsbürger jagt rothschilds über die flacherde
immer mit der aufforderung verbunden, dass jeder andere wach werde
ihr entkräftet die BRD als rechtsform, die es sowieso nur hier gibt
und verbrennt den perso, weil er nur ein wertloses stück papier ist
ihr wollt deutschland in den grenzen von siebenunddreißig
und ich bezweifel, dass es in eurem vokabular mehr als sieg und heil gibt
und das alles nur angst vor der einen wirklich schlechten nachricht
das waren keine aliens mit analsonde, das war im thailandurlaub ein arschfick!

Liebe, Erwartungen und Popkultur

Ich liebe die Popkultur, das heißt, ich liebe sie, wenn sie meine Erwartungen erfüllt.

Ich liebe sie, wenn in "The Dark Knight" alle Zuschauer über das Gefangenendilemma nachdenken und sich fragen: Wie würde ich entscheiden? Und während sie nachdenken, sitze ich in der ersten Reihe - metaphorisch gesprochen, denn ich hasse Kinos - und applaudiere all denen, die den Film gemacht haben und all denen, die ihn gerade sehen und nichtsahnend in ein Gedankenexperiment geraten sind, das sie vermutlich nicht mal benennen könnten. Dass am Ende scheinbar nur wenige ihre Erkenntnisse extrapolieren und auf ihr wahres Leben anwenden können, kann ich wohl weder dem Film noch der Popkultur zur Last legen.

Ich liebe sie auch, wenn sie in "Matrix" - oder wie ich den Film liebevoll nenne "Das Höhlengleichnis Part II: First Blood" - dafür sorgt, dass Menschen ihre eigene Lebenswirklichkeit hinterfragen und zumindest im Ansatz über dieExistenz oder Nichtexistenz einer objektiven Realität nachdenken.

Ernsthaft, wer mir schlüssig erklären kann, ob es eine objektive Realität gibt und wie diese dann so aussieh, kriegt ein Eis von mir spendiert. So richtig schön mit Sahnehaube und Cocktailkirsche oben drauf. Bis dahin gehe ich aber weiter davon aus, dass Realität nur das Abbild der Erfahrungen und Wahrnehmungen jedes einzelnen ist und somit erstens veränderlich ist und zweitens derzeit weit mehr als sieben Milliarden Realitäten existieren.
Und da wundern sich einige, dass ich mich in Scheinwelten flüchte, wo meine Realität doch vorwiegend durch unangenehme, beunruhigende und beängstigende Erfahrungen und Wahrnehmungen geprägt ist.

Wie dem auch sei, ganz besonders liebe ich die Popkultur, wenn sie macht, dass wir alle in "A Beautiful Mind" mit einem paranoid-schizophrenen Authisten mitfühlen, auch wenn nach den hundertdreißig Minuten für die meisten Zuschauer alle Paranoid-Schizophrenen und Authisten nach wie vor nur Kloppis sind.

Was die Popkultur mit den Phänomenen Miley Cyrus und Justin Bieber zu sagen versucht hat, weiß ich aber auch nicht...

Mittwoch, 2. November 2016

Klassentreffen



sie sitzen da, schwärmen vom letzten mädels-, männer- , pärchenabend
ich sitz nur da und frag mich, warum mich solche schmerzen plagen
und dann bewundern sie aufrichtig verlogen ihre lebensführung
die karriereleiter gestrickt nach dem vorbild ihrer korporativen rädelsführer
bausparvertag und familienplanung sind längst abgeschlossen
und ich merk, ich bin völlig entfremdet von meinen artgenossen
haus, auto, gesteifte hemdkragen und ein gartenzaun
die nächsten vierzig jahre durchgeplant und jetzt warten auf
die nächste beförderung und gleich noch 'ne lohnerhöhung
die schäfchen ins trock'ne bringen und bloß nich stören
sie finden französisch auch ganz nett, aber nur bis der bonjourtropfen grüßt
und sie feiern big business auch nur, weil ja keiner von ihnen in der konkursmasse liegt
ihr rezept ist einfach, dem chef niemals die meinung sagen
keine miene verziehen und die gewünschte haltung wahren
politisches interesse kennen sie nur wegen börsenkursen
und mir platzt der schädel, auf der suche nach meiner meinung frei von all zu bösen worten
also schweig ich, doch wer schweigt, gibt recht
also reiß ich plötzlich 's maul auf bis sich der fehlende weitblick rächt
schrei laut rum, dass das alles dumme scheiße sei
dass menschen wie sie nahrungsgrundlage sind für kriegstreiberei
neues smartphone, neues auto, neuer raubbau an der dritten welt
und dass ich's verwerflich find, dass sich von ihnen keiner gegen hitler stellt
irgendwann schmeißen sie mich dann raus, denn ich sei linksversifft und stolz darauf
außerdem befänd' ich mich moralisch zwischen kinderstrich und goldankauf
aber vielleicht meinten sie auch, ich wär rotzbesoffen und von meinem erbroch'nen voll versaut

Nachtmahr



meine nachbarn sind alle hipster und studenten
sie sehen fast so ähnlich aus wie richtige menschen
nur dass sie lieber folgen als zu denken 
sie lesen neon und vice, um zeichen gegen trends zu setzen
und ich halt die ganze zeit eher so sackgasse arbeiterklasse
immer so hustlen und schaffeschaffe am ende gar keine patte
ach wenn's nur das wär, ich zähl mich zu den leicht verwirrten
denn ich fühl mich so henry chinaski gemixt mit tyler durden
und's geht dann immer so naseputzen dann zähne fletschen
egal wo ich hinschau, seh ich nur hagebutten und szenemenschen
und denk' es is ein kurzer weg vom ersten schrei bis zur letzten ölung
doch is allein das arschgeweih noch kein grund zur menschentötung
also bleib ich chill und scheiß' auf die suche nach der großen liebe
denn hab erkannt, ich kann das gar nich, bin eher so brot und spiele
also geht's halt fickbekanntschaft, fickbekanntschaft, handarbeit
dann is auch schon wieder mittwoch und die woche fast vorbei
hauptsache keinen kontakt aufnehmen zu meiner inneren stimme
weil ich sonst die bodenhaftung verlier und die bilder verschwimmen
und so sitz ich am fenster und thron auf der sternburg
und krieg alpträume von 'nem leben wie in 'ner werbung
dann les ich wieder bukowski als wär's die bibel persönlich
hör NMZS und doktor jotta, feier den hohlspiegel, nur der titel der stört mich
ganz egal ob und was man dazu in der rückschau sagt, das sind keine expressiven züge
das sind lediglich meine stinknormalen, depressiven schübe
denn ich halt mich für ein wertloses mitglied der gesellschaft
bin lieber arm und dadurch frei als jemand, der geld hat
brauch nich viel. paar bücher, 'nen block und stift
ab und zu was zu essen, 'n blowjob und licht
und so sitz ich im park, guck wie die hamster das rad weiterdrehen
sicher bin ich auch einer, doch kann's mir eben auch eingestehen
streck ab und zu die füße in richtung boden hin
freiheit heißt für mich am ende mehr als das ich am pogen bin
am wochenende auf konzert oder in 'nem hippen club
sauf mir unter der woche die hucke voll und fick's leben hinten rum
oder es mich. kein plan. hauptsache ich bin die meiste zeit des tags cool mit mir
innerlich halbwegs im reinen und das ich geliebt werd, sagen dann schon die huren mir
und so führ ich weiter das leben einer küchenschabe
werd erst sterben, wenn ich irgendwann mal genügend habe
von dem ganzen zuckerwasser und den klebrigen oberflächen
denn völlig egal, dass sie reden und laufen, seh ich überall nur tote menschen
und damit wär ich wieder am anfang, den hipstern und studenten in der nachbarschaft
und irgendwo dazwischen dann ich, mit der ausstrahlung, die eher zu 'nem nachtmahr passt